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Der Frühling ist die Jahreszeit der Dichter. „Die Bäume räkeln sich, die Fenster staunen“, verrät der Frühlingslyriker Erich Kästner. Und auch das: „Nun brauchen alle Hunde eine Braut.“ Und Ringelnatz macht einen Luftsprung: „Ich fliege, ein krächzender Rabe, über mich selber hin“. Für Tucholsky kommt der Frühling ungelegen: „Du lieber Gott, da ist doch nichts dahinter – so zieh ich mich zurück und träume Winter!“ Georg Kreisler besingt sein höchst persönliches Frühlingsgefühl: „Der Frühling, der dringt bis ins innerste Mark – beim Taubenvergiften im Park.“ Dadaist Hugo Ball wandelt sich frühlingsumgaukelt vom Wortpuzzler zum Schnörkellyriker: „In deinen Blicken wiegt sich der Frühling; Rosengeflecht und ein Apfelzweig schaukeln ihn duftend einher.“ Den Staub in der Dichterstube aufwirbelnd, jubelt der Romantiker Eichendorff: „Still kann ich hier nicht mehr bleiben, durch die Brust ein Singen irrt, doch zu licht ist's mir zum Schreiben, und ich bin so froh verwirrt.“ Und Fontane spricht sich Lebensmut zu: „Es wagt es der alte Apfelbaum, Herze, wag's auch du!“ Und er hier? Der Worteträumer aus Düsseldorf? „Der Frühling und zwei schöne Augen verlocken mein Herz in neue Betörung! Ich glaube, die Rosen und Nachtigallen sind tief verwickelt in dieser Verschwörung.“ Mit dem Augenzwinkern des Satirikers hat das alles vor zweihundert Jahren Gottlieb Pfeffel so zu einer kleinen Frühlingsphilosophie zusammengebunden: „Niemals ist doch der Mensch mit meinen Gaben zufrieden, sagte zum Frühling der Herbst; dir nur lächelt sein Gruß. – Freund, versetzte der Lenz, so will es die Sitte hienieden; für den Sterblichen ist Hoffnung mehr als Genuss.“
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