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... wir sollten uns / heute noch / einen Stuntman suchen / für die Zeiten / der kommenden Duelle / damit wenigstens einer von uns überlebt ... und den drei Punkten ließe sich ohne stilistischen Bruch sofort ein weiteres Gedicht anhängen. Als habe Norbert Esser es insgeheim so geplant. Als arbeite er seit Jahren, seit Jahrzehnten an immer nur dem einen lyrischen Text. Dem einen endlosen Zwiegespräch mit der sternenweit zuhörenden Frau. Ich möcht' so gerne wissen / was du so machst / was du so denkst / was du so fühlst und / ob ich noch da bin. Gedichte schreibe er (und Esser sagt es auf Kölsch): „För Spässje.“ Hauptberuflich sei er Handwerker. Sammle, restauriere, verkaufe antike Metallbetten. Drei Lyrikbände hat er bisher im Selbstverlag herausgegeben. „Unterwegs in Sachen warmer Haut“ – ist der verheißungsvolle Titel des ersten der drei lyrischen Unendlichkeiten. Esser veröffentlicht seine Gedichte als Faksimiles. In schnörkelloser Handschrift auf schmucklosem Papier. Keine Illustration, nirgends ein biografischer Hinweis. Einige Texte auch auf Fotopostkarten: Die Motive überlässt ihm ein befreundeter Fotograf. Auf seiner Internetseite www.norbert-esser.de bietet Esser Faksimiles zum Herunterladen an – ein Liebesgedicht ist dabei, wie es schlichter, zärtlicher, anrührender im Lyrik-Dschungel Internet nicht zu finden ist: Als wir noch / als Bäume / nebeneinander standen / und nur unsere zartesten Spitzen / Berührung ahnten / erfanden wir / die Sehnsucht.
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