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„Ein neues Jahr! – Ein bessres wird es nicht“ prophezeit Frank Wedekind in seinem Gedicht „Silvester“. Und er fragt hinterher: „Und doch hängt das Geschick an einem Haar / Und lässt sich doch vom Klügsten nicht ergründen. / Wie werden diese Welt wir wiederfinden, / Wenn wir sie wiederfinden, übers Jahr?“ Ein Dichterkollege fragt nicht, er orakelt: „Hundert Träume seh ich jetzt ganz wunderbar / Eingewoben in das neue Jahr.“ Den aber bremst der besonnene Erich Kästner ab: „Man soll das neue Jahr nicht mit Programmen / Beladen wie ein krankes Pferd. / Wenn man es allzu sehr beschwert, / Bricht es zu guter Letzt zusammen.“ Und einen Rat an alle vermeintlich Gescheiterten, die im selbst verordneten Höhenflug das neue Jahr anzusteuern gedenken, hat Kästner auch: „Es nützt nicht viel, sich rot zu schämen. / Es nützt nichts, und es schadet bloß, / Sich tausend Dinge vorzunehmen. / Lasst das Programm! Und bessert euch drauflos!“ Mit einem Gebet führte Pfarrer Hermann Kappen von St. Lamberti zu Münster 1883 seine Gemeinde ins Neue Jahr – ein Wunschgebet ist es geworden, das als Einstieg auch in das Jahr 2009 eine gute Empfehlung ist; und das sich für zukünftigen Gebrauch sogar erweitern lässt, zum Beispiel so: „Herr, sieh die Düsseldorfer Hefte an, wie es sie 53 Jahre lang gegeben hat / Und gib uns die Hoffnung, dass man sich in 53 Jahren noch an sie erinnern wird.“
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