Joachim Ringelnatz
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Die Mausefalle

Palmström hat nicht Speck im Haus,
Dahingegen eine Maus.

Korf, bewegt von seinem Jammer,
Baut ihm eine Gitterkammer.

Und mit einer Geige fein
Setzt er seinen Freund hinein.

Nacht ists, und die Sterne funkeln,
Palmström musiziert im Dunkeln.

Und derweil er konzertiert,
Kommt die Maus hereinspaziert.

Hinter ihr, geheimerweise,
Fällt die Pforte leicht und leise.

Vor ihr sinkt in Schlaf alsbald
Palmströms schweigende Gestalt.

Morgens kommt v. Korf und lädt
Das so nützliche Gerät

In den nächsten, sozusagen
Mittelgroßen Möbelwagen,

Den ein starkes Ross beschwingt
Nach der fernen Waldung bringt,

Wo in tiefer Einsamkeit
Er das seltne Paar befreit.

Erst spaziert die Maus heraus
Und dann Palmström, nach der Maus.

Froh genießt das Tier der neuen
Heimat, ohne sich zu scheuen.

Während Palmström, glückverklärt,
Mit v. Korf nach Hause fährt.
 

Christian Morgensterns Gedicht “Die Mausefalle” können Sie mit Linksklick hier aufrufen, mit Rechtsklick (speichern unter) als mp3-Datei herunterladen.





Gedichtinterpretation: Peter Welk
Komposition: Thomas Peter-Horas

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