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Alle haben ihren Heine. „Ich lasse mir auch von Heine meinen Heine nicht vermiesen.“ So brachte es in einem Zeitungsinterview die Heine-Preisträgerin Alice Schwarzer pointierend auf den Punkt. Meinen Heine – der in persönlichen Besitz genommene Dichter, von dem man bis heute nicht weiß, wie er ausgesehen hat. Er hätte sich fotografieren lassen können, hat er aber nicht. Auf keinem der zahlreichen Porträts, die es gemalt und gezeichnet von ihm gibt, habe er sich ähnlich gesehen, urteilten die Zeitgenossen. Heine – der Maskenspieler? Die Leute gehen zu den Lesungen und alle bringen sie im Kopf ihren Heine mit. Heine, den Verführer, zum Beispiel. War er denn tatsächlich dieser patentierte Frauenheld, als den er sich in seinen Gedichten darstellte? Ein Liebeslyriker war er – und was für einer! Der am Lebensende sein vermeintliches Verführertum orakelnd so zusammenfasste: „Wirklich geliebt habe ich nur Statuen und Tote.“
Schattenküsse, Schattenliebe, Schattenleben, wunderbar! Glaubst du, Närrin, alles bliebe Unverändert, ewig wahr?
Was wir lieblich fest besessen, Schwindet hin, wie Träumerein, Und die Herzen, die vergessen, Und die Augen schlafen ein.
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