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So sahen sie damals aus, die Lyriker: Theodor Storm, Paul Heyse, Detlev von Liliencron – rauschebärtig, dandybärtig, schnauzbärtig. Die Dichtergeneration vor ihnen scheute eher den Bärtekult: Brentano, Mörike, Eichendorff. Der lyrische Einfall des Freiherrn Joseph von Eichendorff „Sinnend ruht des Tags Gewühle / In der dunkelblauen Schwüle“ – den könnte man auch dem Freiherrn Detlev von Liliencron zuschreiben. Bei ihm heißt es: „Noch ein Blick in Weg und Weite / Ruhig liegt die Welt“. Beinahe Eichendorff, oder? Der Schnauzbart Liliencron – nach kurzer Militärkarriere und ein paar Jahren Verwaltungsarbeit – schlug sich als freier Schriftsteller durchs bürgerliche Leben. Schlug sich durch; denn Bürgerlichkeit, Großstadtrummel, Industriemoderne – davon wollte er nichts wissen. Er war, ähnlich den Romantikern, auf der Flucht vor allem, was als Fortschritt auf ihn eindrosch. Die imaginären Landschaften waren sein Zuhause. Liliencron konnte sich aber auch in einem derben, unverblümt realistischen Suffgedicht austoben (und, für seine Zeit ungewohnt, in freien Rhythmen): „Ich sitze zwischen Mine und Stine / Den hellblonden hübschen Friesenmädchen / Und trinke Grog“ ... „Die Welt ist das Tal der Küsse / Die Welt ist der Berg des Kummers / Die Welt ist das Wasser der Flüssigkeit / Die Welt ist die Luft des Unsinns.“ Detlev von Liliencron ist als Lyriker vergessen. Leider.
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